Barocker Kerzenleuchter aus dem Besitz des königlichen Leibarztes oder dem Direktor der Justizkanzlei in Hannover?

Hannover/Neustadt 1733-1735 Ältermannsbuchstabe „C“

Meister: Balthasar Friedrich Behrens

 

Silber, getrieben und gegossen. Der hochwertig verarbeite Einzelleuchter gleicht im Aufbau einer typisch barocken Form, wie sie in England und dem Hannoveraner Raum häufig anzutreffen ist. Der Fuß wie auch der Schaft ist gegossen. Lediglich der trompetenförmige Schaftansatz ist geschmiedet.

Vollständige Stempelung auf der Fußkante außen, Stadtmarke, Jahresbuchstabe und Meisterzeichen.

Höhe: 12,5 cm. Gewicht: 206 gr.

Lit.: Scheffler, Goldschmiede Niedersachsen, Seite 715, Seite 759 Nr. 1437, Seite 758 Nr. 1433, Seite 760 Nr. 1445

verkauft

Auf dem Fußrand befindet sich ein graviertes Wappen. Das Wappenschild ist geteilt. Vom Betrachter aus links gesehen ein stehender Engel auf einem Dreiberg, rechts ein Horn von einem Stern und einer Rose umgeben.

Das Wappen wird von der Familie von Hugo geführt. „Dieses Wappen gehört zu dem neueren Adel des Fürstentums Braunschweig Lüneburg. Das Wappen ist ein in die Länge geteilter Schild, dessen rechte Seite ist Silber, und darauf ein ganzer Engel, einen Palmzweig in der rechten Hand haltend. Die Linke ist blau, und auf der Mitte derselben ein Hüfthorn, ober demselben ein sechsspitziger Stern, und unter demselben eine fünfblättrige Rose.“

Lit.: Allgemeines Deutsches Adelslexikon, Johann Wilhelm Franz, 1776. Seite 147/148

Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 2 (Blühender Adel deutscher Landschaften), 9. Abt.:
Der Hannöverische Adel, Nürnberg 1870, 30.

Wappenträger

Die Wappengravur ist zeitgenössisch mit der Entstehungszeit des Leuchters anzusehen. Als Wappenträger kommt August Johann von Hugo oder sein Bruder Ludolf Dietrich von Hugo in Frage.

Ludolf Dietrich von Hugo. 1701 Studium in Helmstedt.  1705 Hofgerichtsauditor in Hannover; 1711 Hofrat; 1714 Hof- und Kanzleirat; 1726 Subdeligierter der kaiserl. Kommission in Rostock; 1731 kurhann. Gesandter in Regensburg; 1733 zugleich Direktor der Justizkanzlei in Hannover.

August Johann von Hugo (* 11. September 1686 in Stolzenau; † 8. April 1760 in Hannover) war Königlich-Großbritannischer und Kurfürstlich Braunschweig-Lüneburgischer Leibarzt in Hannover.

Die einschlägigen Quellen der medizinischen Biografik schweigen weitgehend über von Hugo. Er wurde als Sohn des Amtmanns, späteren Oberamtmanns von Stolzenau Conrad von Hugo (1636–1710) und der Margarethe Emerentia Conerding geboren. Am 22. April 1706 immatrikulierte er sich an der Universität Helmstedt   und ließ sich als Arzt in Hannover nieder, bevor er 1715 dort Hofmedikus wurde. Am 5. Dezember 1715 heiratete er in Hannover Marie Elisabeth Conerding (1700–1763), die Tochter des Arztes Brandan August Conerding, und am 16. Juni 1725 erwarb er in dieser Stadt das Bürgerrecht. 1737 erfolgte die Ernennung zum Königlich-Großbritannischen und Kurfürstlich Braunschweig-Lüneburgischen Leibarzt, 1740 die zum Hofrat.

(Quelle: Wikipedia)

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