Antiquitäten · Antikes Silber · Kunstgegenstände

Inhaber: Peter Rauch

Kaffee/Teekanne aus Stade, um 1760
(verkauft)

Eines meiner Lieblingsstücke (unverkäuflich)
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Paar Kerzenleuchter aus Hameln, um 1760
(verkauft)

Barocker Reliquienanhänger/Wallfahrtsanhänger mit feiner Gravur

Rheinland/Raum Trier, datiert 1655

Ohne Marken

 

Ovale Form. Aus zwei Teilen bestehend, die miteinander verschraubt sind. Sichtseitig fein graviert mit Helena mit dem heiligen Rock aus Trier und der Buchstaben gravur S (Sankt) H (Helena) H (Heiliger) R (Rock) datiert 1655.

Sehr schöner Erhaltungszustand.

4,5  x 4 cm, ohne Ösen gemessen. Gewicht: 18 gr.

verkauft

Drei in Form vergleichbare Reliquienanhänger haben sich in Trier erhalten. Sie stammen dort aus einem Bodenfund.

Hans-Joachim Kann, Trierer und Konzer Kleinfunde des 16. bis 18. Jahrhunderts. Kurtrierisches Jahrbuch 33, 1993, Seite 147-157.

Dgl. Drei silberne Reliquienanhänger des 17./18 Jahrhunderts aus Trier und Umgebung.

Die kostbarste Reliquie des Trierer Domes ist der Heilige Rock, die Tunika Christi. Der Überlieferung nach brachte die Kaisermutter Helena das ungeteilte Gewand Christi nach Trier. Erstmals erwähnt wird der Heilige Rock im 11. Jahrhundert; sicher belegt ist die Geschichte des Heiligen Rockes erst ab dem 12. Jahrhundert, als er am 1. Mai 1196 vom Westchor in den neuen Altar des Ostchors gebracht wurde.

Anlässlich der Heilig Rock-Wallfahrt von 1655 veröffentlichte der Kupferstecher Johan Eckhard Löffler ein großformatiges Blatt, das ein anschauliches Bild von der Weisung der Domreliquien auf dem Domfreihof zeigt. Wegen seiner Anschaulichkeit soll es hier besprochen werden, obwohl es sich nicht im Domschatz, sondern im Museum am Dom befindet.

Spätestens seit dem 14. Jahrhundert waren Wallfahrten zu einem Massenphänomen geworden. Im frühen und im hohen Mittelalter konnten die Pilgerströme zu den Gräbern der Heiligen im Kircheninnern (Apostelgrab in Sankt Matthias) oder durch die Krypten der Kirchen (Sankt Maximin, Sankt Paulin) geleitet werden.

Bei der Größe der Pilgerscharen des 14. bis 16. Jahrhunderts war dies nicht mehr möglich. In Aachen und im benachbarten Korneliemünster, in Maastricht, aber auch in Sankt Matthias schuf man Möglichkeiten, die Reliquien von einem erhöhten Standort an der Fassade der Kirche der Menschenmenge auf dem Vorplatz zu zeigen.

Nachdem in Trier 1512 der Heilige Rock erhoben wurde, besuchten innerhalb weniger Wochen um die 100.000 Menschen die Reliquie. Im folgenden Jahr errichtete man an der Westapsis des Domes eine Holztribüne, um den Heiligen Rock, aber auch den Petrusstab und andere Reliquien des Trierer Domschatzes zu zeigen. Der Kupferstich von 1655 lässt die auf Holzbalken ruhende Konstruktion genau erkennen. Sie ist mit kostbaren Tüchern verhüllt, vorne hängt ein wertvoller Teppich herab.

Zwei Domvikare präsentieren den auf eine Holzplatte gehefteten Heiligen Rock. Rechts erläutert der wortgewaltige Domprediger, der Jesuitenpater Cornelius Luttinghausen, den Pilgern das Programm der Heiltumsweisung. Daneben steht ein Domherr, der ein Kreuzreliquiar und den Heiligen Nagel hält. Auf der linken Seite erteilt Erzbischof Karl Kasper von der Leyen (1652 bis 1676) den Pilgern die Absolution. Hinter den Geistlichen stehen mehrere Männer mit Fackeln.

Eine dicht gedrängte Menschenmenge bevölkert den Domfreihof, neben Bürgern sind auch Jakobuspilger und Geistliche verschiedener Orden zu erkennen. Eine Absperrung, die von kurfürstlichen und städtischen Soldaten bewacht wird, hindert sie daran, den Dom zu stürmen.

Autor: Prof. Dr. Wolfgang Schmid

Vom 1. Mai bis zum 25. Juli 1655 war der Heilige Rock noch einmal in Trier gezeigt worden – zum letzten Mal für mehr als 150 Jahre. Aus dieser Zeit dürfte auch das Medaillon stammen.

 

 

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