Antiquitäten · Antikes Silber · Kunstgegenstände

Inhaber: Peter Rauch

Kaffee/Teekanne aus Stade, um 1760
(verkauft)

Eines meiner Lieblingsstücke (unverkäuflich)
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Paar Kerzenleuchter aus Hameln, um 1760
(verkauft)

Barocke Branntweinschale zur Hochzeit des Heilbronner Apothekers Andreä Mangold am 11. Juni 1661 überreicht von Balthasar Naffz (Mitglied des kleinen Rats und Steuerverwalter in Heilbronn), sein Sohn wird ihn Heilbronn Apotheker.

Augsburg, um 1660

Meister: Matthäus Schmidt, wird 1659 Meister

Mehrpassig geschweifte hochwandige Schale mit vier kleinen Ausbuchtungen. Auf der Wandung befinden sich getriebenen Füllhörner im Wechsel zu gestichelten Kugelungen. Mittig der Schale eine befindet sich ein  große reliefierte Blüte aus einem Schneckenhaus, einem Insekt und Blütenblättern. Innen gänzlich vergoldet, der Lippenrand ist aussen vergoldet.

Gravierte Inschrift: Verehrt zur Hochzeit Balthassar Naffs Herrn Anderes Mangoldten 1661, den 11. Juni 1661

Seling Nr. 1621 f, Beschauzeichen wohl Seling Nr. 630

Länge: 12,7 cm. Breite: 10,7 cm. Über Henkel gemessen: 14 cm. Höhe bis zum Rand: ca. 3,2 cm Gewicht: 120 gr.

Sehr schöner Erhaltungszustand. Eine kleine Fehlstelle an einem der Griffe.

Preis: 3.500,– €

Die Einhorn Apotheke in Heilbronn

Der Apotheker Anton Fröreisen gründete im Jahre 1604 eine Apotheke am Heilbronner Hafenmarkt, die Einhorn Apotheke. Nach anderer Quelle wurde die Apotheke 1653 von dem Apotheker Andreas Mangold gegründet. Um das Jahr 1764 wurde das Renaissance Gebäude als einziges Privatgebäude im Stil des Rokoko umgebaut. Johann Wolfgang von Goethe bewunderte in seinen Tagebucheinträgen vom 27. und 28. August 1797 in „Aus einer Reise nach der Schweiz“ das architektonische Schmuckstück im Stil des Rokoko und bemerkte dazu: „Ein einziges Gebäude zeichnet sich aus, das durch die Bildsäule des Aeskulaps und durch die Basreliefs von zwey Einhörnern sich als Apotheke ankündigt.“ Das Gebäude wurde 1944 durch Bomben zerstört und 1954 durch einen Neubau ersetzt.

Der Stifter

Naffs, Georg Ludwig Apotheker in Heilbronn, genannt 1686-1694 Sohn des Balthasar Naffs., Mitglied des kleinen Rats und Steuerverwalter in Heilbronn geb. Heilbronn 12. 12. 1665, gest. Heilbronn 8. 1. 1694 verh. Heilbronn 23. 11. 1686 m. Anna Christina, T. d. Georg Gebhardt, Metzger in Heilbronn (diese geb. Heilbronn 22. 9. 1652) gest. 15. 2. 1694). 1 Tochter Marie Gottliebin bekannt, geb. Heilbronn 18. 3. 1693, verh. Heilbronn 28.1. 1716 m. Philipp Jakob Neubich, Apotheker in Wertheim.

Der Empfänger

Zu Andreas (Andreä) Mangold gibt es einen gedruckten Lebenslauf von Armin Wankmüller, der sich auf die gedruckte Leichenpredigt stützt und in den Beiträgen zur Württembergischen Apothekengeschichte Band X, 1973-1975. veröffentlicht worden ist. Hier die wichtigsten Auszüge daraus.

Andreas Mangold wurde am 7. November 1618 in Kaufbeuren als Sohn des Matthias Mangold, Stadt-Amman und Handelsmann daselbst und der Regina geborenen Seyfart geboren worden. Er besuchte die Kirche und die Schule. Nachdem 1629 durch die Reformation Kirche und Schule verwüstet wurden, haben ihn seine Eltern im 11. Lebensjahr nach Memmingen in die Schule zu Rektor Prommer gegeben. Danach flüchtete infolge der Einführung des katholischen Glaubens auch sein Vater nach Memmingen und ließ sein Haus und Hof, sein Hab und Gut, seine Ehrenämter und alles Vermögen zurück. Der Sohn Andreä kam am 8. Juli 1632 zu seinem Vetter, Herrn Daniel Seyfart in die Lehre als Apotheker nach Kempten. Ein Jahr später belagerten die kaiserlichen und die bayrischen Truppen die Stadt, eroberten sie im Sturm und führten die nicht erschlagenen Einwohner als Gefangene in ein Lager. Dieses Schicksal traf auch Andreä mit seinem Apotheker. Dort ist ihm. am rechten Daumen die Schraube angelegt worden, bis das Blut herausspritzte, der blanke Degen auf das Herz gesetzt worden und die Hinrichtung angedroht. Seine Eltern erlösten ihn gegen 20 Reichstaler aus der Gefangenschaft. Da es in Kempten so grausam zuging, sein Herr Apotheker an einer hitzigen Krankheit starb und er die Apothekerlehre nicht fortsetzen konnte, kam er zurück nach Memmingen. Hier lernte er noch 3 Jahre bei Apotheker Lutz die Apothekerkunst. Er erhielt ein gutes Testimonium und zog (als Gehilfe) 1636 zu Apotheker Emanuel Biermann nach Augsburg, 1639 zu Apotheker Ferdinand Pirchinger nach München, 1640 zu Apotheker Friedrich Pfitzer nach Heilbronn. 1644 wollte Andreä Heilbronn verlassen, da starb sein Apotheker Johann Tobias Zobel (am 29. 7. 1644). Die Hinterbliebenen trugen ihm die Stelle eines Provisors an und er blieb in Heilbronn. Mit Zustimmung seiner damals noch lebenden Eltern heiratete er Anna Maria, die Witwe des verstorbenen Apothekers Zobel (am 3. 6.1645). Er lebte mit seiner Frau 16 Jahre und hatte 4 Kinder. Durch einen starken Schlagfluß verlor Andreä Mangold seine erste Frau. Nach Ablauf der Trauerzeit verlobte er sich 1661 mit der Jungfrau Agnes Christina, der Tochter des Ludwig Oehm, Mitglied des kleinen Rats und Spitalpflegers in Heilbronn. Sie heirateten am 11. Juni 1661.

Auszug aus dem evangelischen Kirchenbuch Heilbronn

Er lebte mit ihr 17 Jahre, aus der Ehe gingen keine Kinder hervor. Seine 2. Frau starb am 27. April 1678. Andreä Mangold schloß am 1. April 1679 eine dritte Ehe mit Agnes Barbara, der Witwe des Balthasar Löschenbrandt, Medicinae Doctoris und Physici der Stadt Heilbronn. Diese Ehe dauerte nur 9 Monate. Andreä Mangold besuchte fleißig die Kirche, las zu Hause in der Bibel und in anderen geistreichen Büchern. 1664 ist er in den großen Rat gewählt worden, bekam das Amt eines Almosenpflegers, 1669 erfolgte die Wahl in das Stadtgericht, 1671 zum Predicator und in die Schulpflege, 1674 die Aufnahme in den inneren Rat. Daneben versah er das Holz-und Wiesenmeisteramt, die Rechenstube und das Kastenmeisteramt. Mangold stiftete zahlreiche Legate. Am 23. Dezember 1678 erkrankte er an einem starken fluß der Brust, genaß noch einmal und wurde 1679 erneut auf das Krankenbett geworfen. Am Sonntag den 28. Dezember 1679 abends zwischen‘ 6 und 7 Uhr erfolgte sein Tod.

Gedruckte Leichenpredigt:

Agnes Christina Mangold, geb. Öheim, Ehefrau des Andreas Mangold, Apotheker und Mitglied des Kleinen Rats in Heilbronn (geb. 23. März 1640 in Heilbronn, gest. 27. April 1678 in Heilbronn) „Frommer Gottes Kinder Thränen-Saat und Freuden-Ernd , …“, gehalten von Johann Michael Seitz, Pfarrer in Heilbronn, am 29. April 1678 Johann Michael Schedler, Heilbronn 1678 60 S. Andreas Mangold, Apotheker und Mitglied des Kleinen Rats in Heilbronn (geb. 7. Nov. 1618 in Kaufbeuern, gest. 28. Dez. 1679 in Heilbronn) „Das all’heilende Wort Gottes …“, gehalten von Johann Michael Seitz, Pfarrer in Heilbronn, am 31. Handschriftlicher Eintrag im evangelischen Kirchenbuch der Stadt Heilbronn zur Hochzeit des Andreas Margold am 11. Juni 1661.

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