Antiquitäten · Antikes Silber · Kunstgegenstände

Inhaber: Peter Rauch

Kaffee/Teekanne aus Stade, um 1760
(verkauft)

Eines meiner Lieblingsstücke (unverkäuflich)
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Paar Kerzenleuchter aus Hameln, um 1760
(verkauft)

Deckelkrug_Reval_1Deckelhumpen des Revaler Kaufmann und Ratsherren Christian Höppener

Reval um 1680/90. Meister Paulus Schröder

Silber getrieben und teilvergoldet. Zylindrischer Korpus auf drei Kugelfüßen, die mit Blattwerk verziert sind. Scharnierdeckel mit graviertem Blütenkranz. Der ohrenförmige Henkel mit gegossenen Blüten.
Auf der Deckelmitte befindet sich eine aufgeschraubte Wappenscheibe, die das gegossenen Wappen des Christian Höppener zeigt.

Löst man die Wappenscheibe zeigt darunter ein weiteres graviertes Wappen, das noch aufzulösen ist.
Höhe über Daumenrast 14,5 cm. Gewicht: 561 gr.
Beschauzeichen Reval, Meisterzeichen Paul Schröder. Lit.: Leistikow, Baltisches Silber Seite 296

verkauft

Christian Höppener (Hopner) wurde 1656 in Reval geboren, gestorben 1710 ebenda. Seine Eltern stammen aus Lübeck.
Christian Höppener war ein angesehener Kaufmann und Ratsherr in Reval. Der Aufnahme in den Rat der Stadt ging eine Mitgliedschaft der Schwarzhäupterbruderschaft zu Reval voraus . Diese Bruderschaft gab es nur in Alt-Livland (Estland und Lettland), sie war einzigartig in Europa. Sie vereinte unverheiratete deutschstämmige Kaufleute. Nach der Aufnahme in die Gilde führte deren Karriere die erfolgreichsten in den Rat der Stadt.
Sein Sohn Caspar Höppener, seit 1755 Ratsherr und Ältermann der Großen Gilde, war ebenfalls ein Mitglied der Schwarzhäupter. Er wurde später sogar Bürgermeister von Reval.
Das gesamte 18. Jahrhundert zeugt von einer regen Handelstätigkeit der Familie Höppener, insbesondere durch Petersburger Geschäfte. So ist es nicht verwunderlich das die Familie während des ganzen Jahrhunderts zur Elite der Revaler Kaufmannschaft gehörte.

Vergleich: Ein Revaler Deckelhumpen mit Wappen von Christian Höppener und der Kaufmannsfamilie Clayhills, ehemals Besitz der Schwarzhäupterbruderschaft. Die Silberkammer in St. Nicholas Church“, Eesti Kunstimuuseum, Tallinn 2002. Seite 98 und 99 mit Abbildung.